Die Navigationstechnik – und mit ihr die Gewohnheiten der Menschen – hat sich im letzten Jahrzehnt grundlegend verändert. Erinnern Sie sich noch daran, wann sie das letzte Mal auf offener Straße nach dem Weg gefragt worden sind? Besitzen Sie überhaupt noch eine Straßenkarte aus Papier? Böse Zungen behaupten inzwischen sogar, Navigationsgeräte sind von Männern erfunden worden. Und zwar einzig und allein mit dem Zweck, nie wieder nach dem Weg fragen zu müssen. Warum viele (männliche) Nutzer Ihr Navigationsgerät dennoch auf eine weibliche Stimme programmiert haben, bleibt wohl deren streng gehütetes Geheimnis. Völlig losgelöst von der Geschlechterdiskussion gibt es einige interessante Fakten zum Thema “Mobile Navigationsgeräte”:

Die mobile Navigation ist erst mit der zivilen Nutzung von GPS möglich geworden. GPS ist die Abkürzung für “Global Positioning System”. Übersetzt bedeutet dies: “weltumspannendes Positionsbestimmungssystem”. Mit Hilfe des GPS Signals kann bestimmt werden, wo sich das Navigationsgerät und somit der Nutzer gerade befindet. Ursprünglich war das System zur alleinigen Nutzung durch das amerikanische Militär entwickelt worden. Dort war es bereits in den 80er Jahren im Einsatz. Heute sind ca. 24 Satelliten im Orbit der Erde, um eine zuverlässige Navigation zu ermöglichen. Die Bestimmung der Position erfolgt hauptsächlich über die Messung der Zeit die Signale von Ihrem mobilen Navigationsgerät zu den Satelliten und umgekehrt benötigen.
Zur exakten Positionsbestimmung sind mindestens vier Satteliten notwendig. Ein Satellit wird interessanterweise ausschließlich darauf verwendet, die exakte Uhrzeit an das Gerät zu übermitteln. Lediglich die verbleibenden drei bestimmten die Position. Sollte Ihr Navigationsgerät die aktuelle Position nicht exakt zuordnen können, entsteht manchmal der Eindruck man würde mitten durch eine Wiese fahren. In solchen Fälle verlegt das Navigationsgerät die Route üblicherweise auf die nächstgelegene Straße. Dies ist oft in Neubaugebieten und auf Feld- und Waldwegen der Fall, welche noch nicht in einer Karte verzeichnet worden sind.

Da das GPS-System nach wie vor vom US-amerikanischen Militär kontrolliert wird, gibt es Bestrebungen davon unabhängig zu werden. So hat die europäische Union im Jahr 2003 das System Galileo auf den Weg gebracht. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2013 geplant. Dies verursacht Kosten von geschätzt ca. 5 Milliarden Euro. Neben der Unabhängigkeit soll dieses System auch über eine höhere Genauigkeit bei der Positionsbestimmung verfügen. Abzuwarten bleibt, ob diese Planung sich auch in Wirklichkeit realisieren lässt, und wie schnell die Industrie dieses System in mobile Navigationsgeräte einbindet.